Unsere Eltern sind unser Schicksal

Es war nicht immer einfach. Weder für mich, noch für meine Eltern. Besonders meine Pubertät war eine Herausforderung. Es wurden Türen geknallt, geschimpft, geschrien und unschöne Dinge gesagt. Von meiner und von ihrer Seite. Auch wenn ich die Meisterin im Türenknallen war.

Mit dem Tag, an dem ich 13 wurde, habe ich beschlossen, dass nichts mehr so ist, wie es war. Und ich eines nicht mehr brauche: meine Eltern. Mit 16 Jahren sah ich das schon wieder anders und heute weiß ich, dass ich ohne sie nicht hier sitzen würde. Dass sie der Schlüssel für mein Leben sind. Mein Schicksa

Ich bin sehr behütet aufgewachsen. Meine Eltern haben mich mit ihrer Liebe und ihrem Vertrauen überschüttet. „Du schaffst das“, haben sie immer gesagt und tun es noch heute. Obwohl es meiner Mutter das Herz gebrochen hat, dass ich mit 18 meine Sachen gepackt habe und für ein halbes Jahr ans andere Ende der Welt flog, hat sie mich zu 100 Prozent in meinem Vorhaben unterstützt. Und nicht nur in diesem.

Meine Eltern stehen immer hinter mir

Sie haben stets an mich geglaubt und sind sehr stolz auf mich. Selbst wenn ich Regenwürmer im Schwarzwald zählen würde – dies meine berufliche Erfüllung wäre – meine Eltern fänden auch das gut. Vor allem haben sie mir stets das Gefühl gegeben, das kommen kann, was mag: sie stehen immer hinter mir. Und so ist es heute noch.

Kritik habe ich nicht allzu oft kennengelernt. Eher durch meinen Vater als durch meine Mutter. Deswegen mache ich auch heute keine Luftsprünge, wenn mich jemand kritisiert. Meist kann ich erst im Nachhinein einsehen, dass die Kritik vielleicht doch nicht so unberechtigt war. Da mich meine Eltern wirklich oft gelobt haben, erwarte ich mir auch als Erwachsene mehr Lob als angebracht. In der „echten Welt“ bekommt man eben nicht wegen jedem Pups ein Lob. Auch wenn ich das eigentlich ganz schön fände. Aber das Leben ist nun mal kein Wunschkonzert.

Jetzt bin ich 31 Jahre alt. Und je älter ich werde, umso mehr entdecke ich meine Wurzeln. Wo komme ich her? Was macht mich aus? Warum bin ich, wie ich bin? Was sind die guten, was die nicht so guten Seiten an mir?

Die Antworten finde ich bei zwei Menschen: meiner Mutter und meinem Vater. Sie haben mich geprägt, mit guten und natürlich auch nicht so guten Eigenschaften. Sie haben mir die Welt gezeigt. Ihre Welt.

Meine Eltern haben das Fundament für mein Leben gebaut

Meine Eltern haben mir das Fundament für mein Leben gebaut. In dem Fundament gibt es zwar den ein oder anderen Riss, aber im Großen und Ganzen ist es sehr stabil. Auf das Fundament habe ich mein Leben aufgebaut und obwohl manche Sockel, ja sogar schon mal eine ganze Wand eingestürzt sind, steht das Haus noch sehr gut da. Ich würde fast behaupten, es ist unzerstörbar. Das Fundament wird immer bleiben. Und zur Not baue ich ein neues Haus darauf.

Meine Eltern haben das Fundament mit sehr viel Liebe, Vertrauen, Zuversicht, Glaube, Mut und Frohsinn aufgebaut. Diese Baustoffe werden immer mein Leben bestimmen. Deswegen sind unsere Eltern unser Schicksal. Denn egal was passiert, egal wie unser Lebensweg aussieht, ist das Fundament gut gebaut, brauchen wir uns vor nichts zu fürchten.

Auch meinen Kindern will ich ein gutes Fundament bauen. Ich denke, dass ist unsere Verantwortung als Eltern. Alles was wirklich zählt. Unsere Kinder brauchen keinen Englischunterricht im Kindergarten, jedes Jahr ein neues Fahrrad oder fünf verschiedene Aktivitäten in der Woche. Stattdessen brauchen sie Eltern, die ihnen vertrauen. Die sagen können „Du schaffst das“ oder „Das hast du gut gemacht.“ Und vor allem Eltern, die fähig sind zu lieben.

Jedes Kind hat solche Eltern verdient.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf Huffington Post.